Leben in einer schwedischen Kleinstadt
Wie lebt es sich eigentlich in einer kleinen Stadt (ca. 2o.000 Einwohner mit den Vororten) in Süd/Mittelschweden. Natürlich war es ein ganz schöner Neuanfang im Vergleich zu Heidelberg, aber wir fühlen uns doch sehr wohl, soweit man das schon sagen kann nach 2 Monaten.
Die Wege sind kurz, man ist sehr schnell in der Stadt auch natürlich auch draussen. Das Angebot an Geschäften in der kleinen Fussgängerzone und drumherum hat uns überrascht. Man bekommt eigentlich fast alles (ok IKEA ist ca. 3h entfernt!!!) was man für das tägliche Leben braucht. Die Lebensmittelgeschäfte sind erstaunlich gut bestückt und hungern oder seine Kost einschränken braucht man nicht. Es ist auch nicht so teuer wie gedacht, wenn man mal vom Bier absieht (unsere Weinvorräte dürften allerdings noch eine ganze Zeit reichen ohne dass man hier aufstocken muss!). Und dann gibt es ja noch das Internet zum Einkaufen, das hier auch rege genutzt wird.
Wir haben einige sehr nette Nachbarn mit Kindern und man merkt natürlich, dass man in der Stadt schnell wieder vertraute Gesichter sieht – es ist eben doch nicht sehr gross. Wenn wir im Krankenhaus anfangen, wird das wahrscheinlich noch zunehmen. Die Kinderfreundlichkeit ist allzeit offensichtlich im täglichen Leben, das gibt einem ein sehr gutes Gefühl
Kulturell kann man Mora natürlich nicht mit Heidelberg und Umgebung vergleichen, aber im Moment haben wir dafür sowieso noch keine Zeit. Es gibt ein Kino und ab und zu Konzerte verschiedenster Art. Es gibt eine sehr lebhafte Vereinskultur und man sagt, dass 3 Morabo (sprich “murabu” = Einwohner von Mora) mit einem gemeinsamen Interesse gleich einen Verein gründen – das wird nämlich auch stark subventioniert in Schweden. Wofür zahlt man auch sonst soviele Steuern!? Es gibt ein gutes Schwimmbad, dass wir schon mehrfach besucht haben und einige Museen (Zornmuseum – Kunstmuseum des lokalen Künstlers Anders Zorn, natürlich das Wasalaufmuseum und noch einige andere).
Als echte deutsche Zeitungsleser haben wir uns natürlich gleich die hiesige lokale Tageszeitung Mora Tidning abboniert: man weiss was vor Ort los ist (oder auch nicht!) und es ist super zum Schwedischlernen. Anfangs waren wir aber doch überrascht, dass eine “Tageszeitung” nur Montag, Mittwoch und Freitag rauskommt – aber soviel passiert dann eben doch nicht hier, als dass es jeden Tag eine volle Zeitung füllen würde. Wir freuen uns jedenfalls jeden zweiten Tag zu erfahren, wo wieder mal ein Reh vor ein Auto gelaufen ist, wo der Kirchenchor probt und wer welches Haus zu welchem Preis gekauft hat. Andere Länder, andere Sitten! Ausserdem lesen wir ja teilweise noch so langsam, dass eine Zeitung jeden zweiten Tag ja fast ausreicht.
Eine richtige Kneipenkultur gibt es allerdings nicht und auch Restaurants sind spärlich gesät, aber auch das vermissen wir zur Zeit nicht gerade. Die Natur rund um Mora ist natürlich phantastisch und wir freuen uns auch schon auf den Frühling und Sommer, um dann weitere Erkundungen anzustellen, mit Baden und Kajakfahren, Wanderungen, Beeren- und Pilzesammeln – wir werden berichten.
Mora ist auf jeden Fall ein ruhiger Ort, aber die Lebensqualität, wenn man Frischluftaktivitäten mag und Kinder hat, ist sicherlich sehr gut. Bis jetzt hat uns auch jeder hier gefunden, der versucht hat hier vorbeigekommen ist – also schaut doch mal rein!!!











