Schwedisch für Ärzte

Die Erlebnisse der Familie Häselbarth in Mora (Schweden)

Das Ende der weissen Nächte

 

Es ist viel Zeit ins Land gegangen, seid wir uns hier zu Wort gemeldet haben. Der Sommer geht so langsam dem Ende entgegen, die Tage werden schnell kürzer und nun ist es an der Zeit ein bisschen den Blick zurückzuwerfen.  Das Wetter war gemischt, aber wir haben die Sommerzeit in vollen Zügen genossen, vor allem da wir uns in unserem Haus und Garten, so wohl fühlen und so beschäftigt waren, das Langeweile auf keinen Fall aufkommen konnte.

Im Verlauf des Sommers hatten wir ja auch viel Besuch aus Deutschland und auch aus Schweden und waren ziemlich beschäftigt die Gäste zu beherbergen. Wir fanden es herrlich Euch wiederzusehen und freuen uns auf mehr Besuch aus der alten Heimat, auch wenn es NOCH ein bisschen anstrengend war, da wir im Haus ja doch noch nicht so viel Platz haben. Aber wenn das Gästehaus fertig ist, dann wird alles anders. Elin hat aber irgendwann aufgehört sich Namen zu merken und hat die anderen Kinder oft nur noch mit “das Mädchen” und “der Junge” bezeichnet. Man hat schon gemerkt, dass sie das Hin und Her im Sommer ganz schön gestresst hat, sie war völlig unausgeglichen und hat immer schlechter geschlafen.  Im Sommer hatte Gunter 3 Wochen frei, wovon wir eine Woche in D waren, um Freunde in Mecklenburg-Vorpommern zu treffen. Das Treffen mit der Malle-Crew war wie immer einer der Highlights des Jahres. 1 Woche waren wir dann noch im Schärengarten von Stockholm, wo wir mit Julies Schwester und Familie eine herrliche Urlaubswoche verlebten. Die restliche Zeit waren wir hier, aber es fühlte sich auch hier noch wie Urlaub an. Unglaublich wie viele Touristen hier rund um den Siljansee Urlaub machen, der Verkehr nahm zu. in der Stadt und in den Geschäften war sehr viel los, überall hörte man Deutsch, Italienisch, Französisch, etc. Auch einige deutsche Patienten hat Gunter im Krankenhaus gesehen.

Gunter hat ja im Sommer auch gearbeitet und es war schon interessant zu sehen, das fast die Hälfte der Betten zugemacht wird, da das ganze Personal 3-6 Wochen Sommerferien nimmt. Das Personal wird mehr als halbiert und ironischerweise verdoppelt sich in dieser Zeit die Bevölkerung, die das Krankenhaus versorgen muss, da so viele Touristen in der Gegend sind. Die Stationen werden in dieser Zeit zu einem grossen Teil von Medizinstudenten geschmissen, die als Sommerjob als sogenannte Arztassistenten arbeiten und eigentlich mehr oder weniger selbständig wie Assistenzärzte arbeiten. Kein Wunder, dass die, wenn sie mit der Uni fertig sind, fitter sind als in Deutschland. Es war etwas stressiger als sonst, vor allem da man diese Assistenten natürlich auch besser supervisionieren musste und Gunter aus Mangel an anderen Oberärzten nun auch als richtiger OA arbeiten musste/durfte, ohne das ein richtiger Backup vor Ort war, aber Zeit für eine ordentliche Kaffeepause und 1h Mittagspause ist immer. Es lief aber doch ziemlich gut, schief gegangen ist wohl nichts, aber man merkt das sich der Papierkram immer weiter anhäuft. Hektik oder Stress waren aber weiterhin Fremdwörter. Nun sind alle Betten wieder offen, alle aus dem Urlaub zurück und das Krankenhaus nimmt wieder Fahrt auf.

Die warmen Sommertage hier am Strand um die Ecke waren unbezahlbar: die Kinder waren ewig im Wasser (am Schluss 26°C Wassertemperatur – warum ans Mittelmeer? – mittlerweile wieder 18-19°C), haben Sandburgen gebaut oder sind wie Camarguepferde durch das flache Wasser gerannt; man muss fast 250m weit raus gehen, bis man den Boden unter den Füssen verliert. Ausser in der absoluten heissen Zeit während den Ferien hatten wir den Strand fast immer für uns alleine. Nun hat es aber schon ganz schön abgekühlt und so richtig baden will man nicht mehr, zuletzt letzten Montag. Die Tage sind nun auch schon viel kürzer, um 21h ist es schon dunkel, und man merkt jetzt wo überall Lampen im Haus fehlen. Das war uns überhaupt nicht aufgefallen, als wir kurz vor Mittsommer hier einzogen, denn dunkel ist es ja nie geworden.

PS: Ihr merkt, dass dieser Beitrag schon ein wenig älter ist, aber er saß im Zwischenspeicher und wollte komplettiert werden und das dauerte dann eben doch eine ganze Weile.

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