Midsommar am Siljansee
Gestern war es dann soweit, nachdem die Tage länger und länger geworden waren, seitdem wir im Januar angekommen sind: in allen kleinen Dörfern und Städten rund um den Siljansee fanden die traditionellen “Midsommar”-Feiern statt. Am Donnerstag waren wir bereits hier in Kråkberg, unserer neuen Heimat, beim Schmücken der “Majstange” dabei. Die Männer schleppten bündelweise Birken ran und schnitten Birkenreisig ab , während die Frauen und Mädchen die (noch) liegende Stange mit dem Reisig schmücken. Diese Tradition kommt wahrscheinlich aus Deutschland, deshalb heisst sie auch Maistange und nicht Mittsommerstange, oder ähnliches. Die Schweden geben aber auch die mögliche Erklärung an, dass es das Wort “majar” gibt, was bedeutet “etwas mit Birkenreisig schmücken”. Was da allerdings Henne und Ei ist, bleibt wohl auf ewig ein Rätsel. Es war ein bisschen wie Adventskranz binden, also waren wir ja nicht komplette Novizen, aber die erfahrenen schwedischen Frauen schauten immer ein bisschen genauer bei Julie und Grit hin, einer deutschen Freundin, die auch hier um die Ecke wohnt. Aber sie waren unglaublich nett und haben sich riesig gefreut, dass wir kamen. Elin flitzte auch überalle herum und hat sich gefreut mit den Kindern um die Stange zu spielen.
Am eigentlichen Mittsommertag (der Freitag vor dem Samstag, der zwischen den 20.-26.06 fällt), waren wir dann bei Eltern schwedischer Freunde in Garsås eingeladen, einem kleinen Dorf 18km östlich von Mora. Eine wunderschöne ländliche Idylle mit weitschweifendem Blick über den See und die blauen Berge im Westen. Vor jedem Haus standen überall eine Menge Autos, denn alle kehren für diesen Tag nach Hause zur Familie und es war der Zeitung sogar eine Stauwarnung wert für bestimmte Strecken in Dalarna – wenn man aus D kommt, muss man da aber doch ein bisschen schmunzeln, die Dimensionen sind eben doch ein bisschen anders. Kaum angekommen ging es dann erstmal mit dem Essen in grosser Runde los und natürlich gehört dazu auch Bier, Wein, Akvavit oder Absolut-Vodka. Um kurz vor 17.00h kam dann die Traktorparade mit traditioneller Musikgruppe auf dem Anhänger durchs Dorf gerollt und holte alle von ihren Häusern ab. Vor allem die Kinder freuten sich natürlich, da sie hinten auf den Anhängern mitfahren konnten. Elin war besonders von den Blumenkränzen in den Haaren der Mädchen beeindruckt.
In der Dorfmitte wurde dann weiter traditionelle Musik gemacht und dann die Majstange von den Männern mit langen Stöcken und purer Muskelkraft aufgerichtet. Als der Baum einmal aufgerichtet war, wurde dann gleich getanzt, dies taten vor allem die Kinder mit Eltern – Elin und wir natürlich auch dabei -, häufig in schönen lokalen Trachten gekleidet. Es war wieder sehr auf die Kinder zugeschnitten, wie man es so häufig sieht hier in Schweden. Anschliessen schlenderten wir wieder nach Hause und tranken Kaffe, Kuchen und Akvavit und die Kinder spielten draussen bis in die Puppen. Als wir nachts um 22.30h nach Hause fuhren, verschwand die Sonne gerade am Horizont und Elin war auch fasziniert von der Abendstimmung und schlief vor Aufregung nicht mal ein, obwohl sie eigentlich hundemüde war. Überall spielten die Kinder nach noch bis tief in der Nacht auf den Strassen.
Vor genau einem Jahr waren wir hier in Mora, um die Gegend, das Krankenhaus und Drumherum kennenzulernen. Damals kam uns aus Stockholm kommend eine Kolonne von Autos aus Richtung Siljansee entgegen, die hierher fürs lange Mittsommerwochenende gekommen waren. Von jetzt an werden die Tage langsam kürzer werden, aber so lange wie sie jetzt sind, wird das sicher noch eine Weile dauern und wir freuen uns noch auf einen hoffentlich langen skandinavischen Sommer.












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