Die fünfte Jahreszeit
Nein, auf die Idee Karneval zu veranstalten sind sie in Schweden zum Glück noch nicht gekommen, aber viele Schweden finden trotzdem, dass nun die mitunter schönste Zeit des Jahres angebrochen ist und so hat sie hier auch ihren eigenen Namen: der Frühlingswinter (wenn es schon keinen Spätsommer gibt!!!)
. Der Vasalauf ist vorbei, draussen ist zwar noch alles weiss und die Zeichen des sich sehr langsam annähernden Frühlings sind doch nicht zu übersehen. Die Sonne scheint und wärmt nun auch wirklich schon ein bisschen, der Schnee schmilzt, zumindestens obenauf und gefriert dann in den kalten Nächten wieder. Das Schneemänner ein Zeichen des Frühlings sind war mir bis dato nicht bekannt, aber der viele Schnee hat in den letzten 3 1/2 Monaten einfach gar nicht gepappt, so dass man sich ans Bauen machen konnte. Es gab sogar schon einige Nächte mit Plusgraden, aber nun sind wir wieder im Keller angekommen (letzte Nacht -19°C!!!). Alle schwärmen vom Skilaufen in der Sonne und in den Abendstunden, die Loipen sind so schnell wie nie, da man auf verharschtem Schnee oder sogar Eis läuft und die Skier wir von alleine gleiten. Morgens ist es nun schon ab fast 5 Uhr hell und abends bis dreiviertel acht und man ahnt schon die langen Sommertage, die nicht mehr lange hin sind. Natürlich wird jetzt auchim Schnee gegrillt mit den Kindern und alles mögliche draussen veranstaltet.
Die Bagger und LKW räumen die riesigen Schneeberge weg, auch wenn vor einigen Tagen nochmals eine richtige Ladung nachkam. Teilweise zu unserem Leidwesen, denn nun sind die Strassen nicht mehr so herrlich mit Schnee bedeckt und man kann mit den Kindern nicht mehr so gut mit den Sparks fahren, was immer so bequem war. Lilith geniesst es aber sichtlich ihre neue Beweglichkeit auf normalen Untergrund auch ausserhalb des Hauses auszuprobieren. Auch müssen die Kinder nicht mehr so dick eingepackt werden, Handschuhe und Mütze bleiben drinne und man merkt, dass die Kinderkleider zum ersten Mal seit Monaten nass sind – sonst war es einfach zu trockenkalt und man klopfte den Schnee einfach ab, das war’s, nun wälzen sie sich in Schnee/Schlammpfützen, die nun teilweise zum Vorschein kamen.
Wir haben die etwas wärmere Jahreszeit genutzt und an der Renovierung der Gästehütte gewerkelt. In kurzer Zeit wurde aus einem alten, gammligen Holzraum, ein doch schon zivilisiert anmutender Gipsraum, der jetzt auf Kacheln wartet und sich bald ein Bad nennen darf. Wir freuen uns darauf es mit Euch einzuweihen.
Ein dreifachdonnerndes Helau auf die fünfte Jahreszeit im Norden!











